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QR-Code: eine kleine Zeitreise 1/2

19.11.2025

Was haben wir doch über sie gelästert, als wir die ersten QR-Codes sahen: «Solch undefinierbare Striche – wozu soll das gut sein... Das interessiert ganz sicher niemanden!». Diese Angelegenheit klärte sich spätestens dann, als uns das Leben, als Corona uns zwang, QR-Codes in unser Leben zu lassen. Und heute? Ja, sie erleichtern unser Leben ungemein. Passt!

Wir Menschen sind ewige Tüftler und wenn wir etwas entwickeln, geht es meist darum, unseren Lebens- und Berufsalltag, die professionelle Kommunikation, Bestell- und Lieferketten etc. zu verbessern und zu vereinfachen. So auch beim QR-Code. Eine kleine Zeitreise zu dessen Anfängen und Entwicklung.

Zeitfressend

Das war die Ära, als wir mit Formularen und Kugelschreibern – wenn wir denn einen zur Hand hatten und er auch wirklich funktionierte – gearbeitet haben. Und wehe, wir verschrieben uns – dann nochmals von vorn, vorausgesetzt, wir hatten noch ein weiteres Exemplar … Anschliessend verpackt, frankiert und per Post verschickt. Und nun eins nach dem andern. Im Tempo von MI, sprich menschlicher Intelligenz.

Zeit sparen

Bereits 1952 wurde der EAN-Strichcode patentiert und 1968 in der Schweiz erstmals verwendet. Heute findet man ihn noch auf einigen Produkten, zum Beispiel auf Büchern. Mit diesen Strichen kann man wichtige Informationen für die Produktion und den Verkauf hinterlegen. Kein mühsames Eintippen mehr. Scannen – und alles ist drin. Vielleicht sogar bis zur automatischen Nachbestellung.

Von gemütlich zu eigentlich ganz flott, vom Schritttempo zum Sekundentakt. Nur eben – da liegt noch mehr drin. Denn noch immer ist «schnell» ein wichtiges Kriterium, das auch erfüllt wurde. Nur nicht so, wie erwartet. Der EAN-Strichcode kam schnell mal an seine Grenzen.

Der Grund war die Diskrepanz zwischen den bestehenden und den gewünschten Anwendungen. Der Barcode konnte nur etwa 20 alphanumerische Zeichen an Informationen speichern. Man erkannte die Vorteile und setzte den Code umfangreicher ein. Insbesondere, um Lieferketten zu überwachen. Und so fehlten mehr Möglichkeiten.

Zeitenwende

Bedürfnisse erkennen, denken und handeln – das sind gute Voraussetzungen. Gilt es doch nur das passende Unternehmen zu finden, das die Fähigkeit, Zeit und die notwendigen Entwicklungstools hat. Mit der DENSO WAVE INCORPORATED, die damals Barcode-Lesegeräte entwickelte, fand man den entsprechenden Partner. Es ging darum, weitere Barcodes zu entwickeln, bei denen man sowohl alphanumerische Zeichen, wie auch Kanji- und Kana-Zeichen hinterlegen kann.

Was sind Kanji- und Kana-Zeichen? Die Wörter lassen schnell vermuten, dass es sich um Japanische Schriften handelt. Kanji repräsentieren eine Bedeutung (Grundlage Tausende von Zeichen), während Kana Silberschriften sind (je 46 Grundzeichen plus Modifikationen), bei denen jedes Zeichen einen Laut darstellt.

Wahrscheinlich werden die meisten von uns nur Bahnhof verstehen und doch erahnen, dass dieses System mehr Codierungen zulässt als der bisherige EAN-Strichcode – und vor allem, dass damit ein neuer Zeitabschnitt anbrach.

Zeitgeist

Diese neue Zeit begann 1994: Der erste QR-Code wurde geboren. QR steht für Quick Response, was schnelle Reaktion (in Bezug auf das Lesen des Codes) heisst. Kein Wunder: schnell unterstützt ja genau das Ziel, Zeit zu sparen.

Erste Erfahrungen sammelte vor allem die Automobilindustrie. Diese arbeitete mit Kanban, einer Methode zur Visualisierung von Arbeitsabläufen. Die Aufgabe des QR-Codes sollte eine Vielzahl von Verwaltungsaufgaben übernehmen, um diese effizienter zu gestalten.

Überhaupt war die Industrie bei der Einführung und Nutzung des QR-Codes immens wichtig, wurde dieser doch in zahlreichen Produktionsprozessen eingesetzt. Zum einen für die Rückverfolgbarkeit von Produkten und auch für die Kontrolle von Waren.

Und auf dem Markt? Bei uns Kunden? Die Erstbegegnung war ernüchternd. Wir waren entsetzt! Der QR-Code passte so gar nicht in unsere Welt.

Zeitgemäss

Und heute, nach über 30 Jahren – also mehr als eine Generation und eine Pandemie später – mit immer noch komplexeren Lieferketten und immer noch volleren Terminkalendern, werden QR-Codes überall dort eingesetzt, wo es darum geht, schnell und einfach Informationen zu übermitteln.

Produzieren und liefern ohne QR-Code? Geht nicht!

Denn wer nicht mit der Zeit geht, muss vielleicht mit der Zeit gehen …

Noch mehr über die Geschichte des QR Codes erfahren Sie bald im zweiten Artikel dieser Serie.


Autor: Andreas Räber, Enneagramm-Coach und Online-Marketing-Spezialist

Bild: Pixabay.com von OrcaTec