Eine Pandemie fördert die Verbreitung und Nutzung von QR-Codes 2/2
18.12.2025Oftmals erkennen wir den Nutzen von Neuerungen erst, wenn wir nicht mehr ausweichen können. Wie beispielsweise bei der Corona-Pandemie, wo vermutlich die letzten Vorbehalte gegen QR-Codes fielen. Positive Erfahrungen können so befreiend sein. Hintergründe hier im Vordergrund.
Als Menschen sind wir zwar grundsätzlich neugierig, Neuerungen hingegen begegnen wir immer auch mit einem gewissen Vorbehalt.
Was wir noch nie gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, gespürt oder gefühlt haben, kann sich unser Hirn nicht vorstellen. Ausnahmslos.
Heisst für unser System vielleicht erst mal: «nicht vertrauenswürdig». Die inneren Alarmglocken warnen mehr oder weniger laut – je nach Individuum und Vorgeschichte . Ähnlich ist es, wenn wir Dehnungsübungen machen. Spüren wir einen ausserordentlichen Zug in den Muskeln, meldet unser Hirn: Vorsicht! Je länger wir dehnen und nichts Negatives passiert (also besser nicht übertreiben), desto mehr Signale zur Freigabe werden gesendet. Umso mehr können wir dehnen bzw. steigt unsere körperliche Flexibilität.
Auch im psychischen Bereich benötigen wir positive Erfahrungen, um eine Offenheit gegenüber Unbekanntem zu erreichen.
Nicht alle Menschen sind gleich flexibel und auch nicht in den gleichen Bereichen. Wer neigt nicht dazu, dort, wo es Überwindung kostet, mit dem «Dehnen» erst anzufangen, wenn keine andere Wahl bleibt? So ähnlich verhielt es sich seinerzeit beim QR-Code.
Nutzen: Verfolgung und Überprüfung von Lieferketten …
Der wirkliche Start des QR-Codes begann nicht erst mit der Corona-Pandemie, sondern Anfang der 2000er-Jahre und zwar aufgrund von BSE (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bzw. Rinderwahnsinn).
Auf einmal verlangten die Konsument:innen, die einzelnen Produkte genaustens nachverfolgen zu können.
Die Nadel im Heuhaufen zu finden, ist bekanntlich ein schwieriges Unterfangen. Ausser, man kann sie codieren und so von Anfang an automatisch auf ihrem Weg begleiten. Die Lebensmittelindustrie sah sich gezwungen, auf die Forderungen der Verbraucher:innen zu reagieren und die gesamten Produktions- und Logistikprozesse von Lebensmitteln vollständig transparent zu machen. Dies gelang dank dem QR-Code.
Schon hier zeigt der QR-Code, wie wertvoll er ist.
… und in Ausnahmesituationen
DENSO WAVE, der Entwicklungsfirma dieses Codes, ist es hoch anzurechnen, dass sie die Spezifikationen kostenlos für alle öffentlich zugänglich machte. In der Folge fand der Code seinen Platz auf den Smartphones. Und dort wurde er während der Covid-19-Pandemie von grosser Bedeutung.
Dank dem Code konnte man zum Beispiel sein Impfzertifikat belegen und erhielt so Zugang zu den öffentlichen Angeboten.
Das «normale» Leben wurde wieder etwas einfacher.
Restaurants machen noch heute von den vielfältigen Möglichkeiten des QR-Codes Gebrauch. Anstatt die Menükarte bei Änderungen immer neu zu drucken, kann die aktuellste einfach und bequem mit dem Smartphone abgerufen werden.
Die Vorteile des Codes
Als besondere Stärke kann die Verbindung zwischen der physischen Welt und der Bereitstellungen von Online-Informationen hervorgehoben werden.
Statt mühsam eine kryptische URL einzutippen, reicht ein einfacher und bequemer QR-Code-Scan.
Erst die Nutzung von neuen Tools zeigen deren Praxisfähigkeit auf. Wird es von der Zielgruppe getestet und nachhaltig angewendet, können die Möglichkeiten ausgebaut werden.
Insbesondere mit KI steigen diese massiv an.
Mögliche Gefahren
Nicht nur die «Guten» investieren in überzeugende Tools wie den QR-Code. Was sich bewährt, hat hohe Anziehungskraft. Hier kann man etwas erreichen. Das erkennen auch die «Bösen» dieser Welt. Und so entwickeln sie ebenfalls Möglichkeiten, um an heikle Kundendaten zu gelangen und sich dort ungerechtfertigt zu bereichern.
Gute Ideen sind oft von Gefahren begleitet.
Das Schöne: Gerade der QR-Code wird immer besser und noch sicherer, wenn man Hackversuche sehr ernst nimmt, wie dies zum Beispiel bei QRCodeLodge.ch der Fall ist. Doch auch Unternehmen und Kund:innen sind zur Verantwortung verpflichtet und sollten das jeweilige Angebot und die mit dem QR-Code aufgerufene URL und alle Abbuchungen gut überwachen.
So entwickeln die «Guten», die Anwender:innen und die «Bösen» – Letztere wohl eher ungewollt – ein faszinierendes Tool immer weiter.
Autor: Andreas Räber, Enneagramm-Coach und Online-Marketing-Spezialist
Bild: Denso Wave Inc.